BME/IHK-Region Pfalz/Rhein-Neckar


16.09.2020

Zusammenarbeit in interkulturellen Teams

Mala Ullal2

Wie kann interkulturelle Zusammenarbeit funktionieren? Mala Ullal nannte in ihrem Vortrag am 15. 09.2020 zwei wichtige Aspekte: das Hinterfragen eigener Stereotype und die Kommunikation über Themen mit Konfliktpotenzial.

Sie konnten an der Online-Veranstaltung mit Mala Ullal nicht teilnehmen? Schade, denn Sie haben wirklich etwas verpasst: ein spannendes Thema und eine interaktive Online-Veranstaltung, die die Teilnehmenden durch Fragen für das Thema sensibilisierte: Wie präsentieren wir uns in der Arbeitswelt im Vergleich zu Menschen aus anderen Kulturkreisen? Welche Werte sind hierzulande bei der Arbeit wichtig, welche zählen andernorts? Was sind Stereotype – und treffen sie tatsächlich in gleichem Maße auf jede/n von uns zu?

Das System „Arbeitswelt" sei durch drei Faktoren geprägt, erläuterte Mala Ullal: Situation, Kultur sowie die individuelle Persönlichkeit. Interkulturelles Arbeiten funktioniere daher nicht automatisch gut – im Gegenteil. So zeigten Studien, dass kulturell heterogene Team nur dann produktiver seien als homogene Teams, wenn die Stärken der Interkulturalität bewusst genutzt und nicht ignoriert oder als negativ abgetan würden.

Ein erster Schritt in diese Richtung sei es, so Mala Ullal, ein Bewusstsein über die eigene Prägung zu entwickeln und die individuelle Kultursensibilität zu stärken. Ebenfalls wichtig ist ihrer Meinung nach, nicht einfach so tun, als sei Interkulturalität etwas Normales, indem zwar oberflächlich kommuniziert, kritische Punkte jedoch nicht aktiv angesprochen würden. Insbesondere bei Themen wie dem Umgang mit Hierarchien, Zeit, Regeln, Emotionen oder Risiken gäbe es immer wieder Missverständnisse, die kommunikativ zu klären seien. Ein Beispiel: Die Grundorientierung bei der Abwicklung von Projekten. Hier stünde in Deutschland im Vergleich mit anderen Nationen die Orientierung an Aufgaben im Vordergrund, während sich Mitarbeitende aus südeuropäischen Ländern sowie aus Japan, China und Indien stärker an Beziehungen orientierten. Umso wichtiger sei es daher für eine gelingende Zusammenarbeit in interkulturellen Teams, diese Orientierungen zu berücksichtigen und in die eigene Kommunikation zu integrieren.

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Ansprechpartner

Hans-Helmut Heilig Vorstandsmitglied